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Wie wachsen Datteln? Von der Palme bis zur Ernte
Datteln wachsen in Fruchtständen an weiblichen Dattelpalmen. Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den Blüten kleine Früchte, die über mehrere Monate wachsen und reifen. Dabei verändern sich Farbe, Festigkeit und Wassergehalt. Wann geerntet wird, hängt von der Sorte und dem gewünschten Reifezustand ab.
Tamarim Ratgeber · ca. 3 Min. Lesezeit
Von der Blüte zum Fruchtstand
Eine Dattelpalme trägt entweder männliche oder weibliche Blüten. Für einen guten Fruchtansatz muss Pollen von einer männlichen Palme zu den weiblichen Blüten gelangen. Im Erwerbsanbau wird dieser Schritt gezielt unterstützt. Ein Verfahren besteht darin, Teile frisch geöffneter männlicher Blütenstände zwischen die weiblichen zu legen. Andere Verfahren bringen getrockneten Pollen mit Geräten zu den Blüten. So wird die Bestäubung im Anbau weniger dem Zufall überlassen.
Während die Früchte wachsen, wird je nach Sorte und Betrieb ein Teil der Früchte oder ganzer Stränge entfernt. Dieses Ausdünnen schafft Platz für die verbleibenden Datteln. Bei Medjool werden dafür auch einzelne Früchte von Hand abgenommen, damit die grossen Früchte später nicht zu dicht aneinanderliegen. Die schweren Fruchtstände können ausserdem angebunden werden, damit ihre Stiele unter dem zunehmenden Gewicht nicht brechen. Wie stark ausgedünnt wird, hängt von der Sorte und den Anbaubedingungen ab. Diese Arbeiten erklärt die FAO zur Bestäubung und Pflege der Fruchtstände.
Die Reifestufen über mehrere Monate
Direkt nach der Befruchtung ist der Fruchtansatz noch winzig und wächst zunächst langsam. Diese Phase heisst Hababouk. Darauf folgt Kimri: Die Dattel ist grün und hart, nimmt deutlich an Grösse und Gewicht zu und ist noch nicht genussreif. Im Khalal-Stadium ist sie ausgefärbt, je nach Sorte etwa gelb oder rot. Sie erreicht ihre endgültige Grösse, bleibt aber fest.
Mit Rutab beginnt die weichere Reife. Häufig wird zuerst die Spitze braun und weich. Die Frucht verliert Wasser, ihr Gewicht nimmt ab. In der letzten Phase, Tamar, ist sie vollreif und enthält deutlich weniger Wasser; die Haut kann sich runzeln. Die Bezeichnungen stammen aus dem Arabischen. Die FAO beschreibt diese fünf Entwicklungsstufen und die Unterschiede zwischen den Sorten.
Als Orientierung nennt die FAO zur Fruchtentwicklung bis zu rund 200 Tage von der Bestäubung bis zur Vollreife. Die einzelnen Phasen dauern je nach Sorte unterschiedlich lange. Eine feste Frucht in ihrer endgültigen Grösse hat deshalb noch nicht zwingend die Reife erreicht, in der du sie gerne essen würdest.
Wärme für die Früchte, Wasser an den Wurzeln
Dattelpalmen werden in Gebieten mit langen, heissen Sommern angebaut. Während der Fruchtreife sind wenig Regen und eine niedrige Luftfeuchtigkeit günstig. Diese Klimabedingungen des Dattelanbaus erläutert die FAO. Ein warmer Standort allein erklärt also noch nicht, ob die Früchte dort gut ausreifen können.
Die Wurzeln brauchen zugleich genügend Wasser. Wo Regen kaum zur Versorgung beiträgt, muss es über Grundwasser oder Bewässerung verfügbar sein. Wasser im Boden und Regen auf Blüten oder Früchte haben dabei unterschiedliche Wirkungen: Regen zur Blüte kann die Bestäubung beeinträchtigen. Später können Früchte aufplatzen oder faulen. Das FAO-Pflanzenprofil zur Dattelpalme beschreibt diesen Zusammenhang.
Wie der passende Erntezeitpunkt bestimmt wird
Die gewünschte Erntereife lässt sich gut an zwei Sorten zeigen. Barhee kann bereits gelb und fest im Khalal-Stadium geerntet und gegessen werden. Bei Medjool-Datteln ist dagegen häufig eine weichere Frucht gefragt. Je nach Sorte kommen Datteln im Khalal-, Rutab- oder Tamar-Stadium in den Handel. Eine gelbe, feste Dattel ist deshalb nicht automatisch zu früh geerntet; entscheidend ist, um welche Sorte es sich handelt.
Auch innerhalb eines Fruchtstands reifen die Datteln nicht gleichzeitig. Bei Medjool kann die Ernte deshalb in mehreren Durchgängen erfolgen: Reife Früchte werden vorsichtig abgenommen, die übrigen bleiben noch an der Palme. Zu langes Warten kann in heissem Klima dazu führen, dass die Früchte mehr Wasser verlieren und härter werden als gewünscht. Zugleich sind weiche Medjool empfindlich und müssen behutsam behandelt werden. Die FAO zur Dattelernte erläutert diese Unterschiede und die an Klima und Reife angepassten Ernteverfahren.