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Trockene Datteln wieder weich machen: Was funktioniert?
Trockene, einwandfreie Datteln kannst du durch Einweichen in heissem Wasser wieder weicher machen. Etwa zehn Minuten sind bei Medjool-Datteln ein Anhaltspunkt. Wie lange du sie tatsächlich ziehen lässt, hängt vom gewünschten Ergebnis ab: Zum Füllen sollen sie zusammenhalten, für Paste dürfen sie sich leicht zerdrücken lassen.
Tamarim Ratgeber · ca. 4 Min. Lesezeit
Vor dem Einweichen die Frucht und dein Vorhaben prüfen
Schneide zuerst eine Dattel längs auf, entferne den Stein und prüfe das Fruchtfleisch. Lässt es sich bereits gut öffnen, schneiden oder zerdrücken, kannst du für dein Vorhaben ohne Wasserbad weiterarbeiten. Einweichen lohnt sich als Versuch, wenn dir eine einwandfreie Frucht für die geplante Verwendung zu fest ist.
Eine veränderte Textur muss nicht allein mit Austrocknung zusammenhängen. Bei weichen Dattelsorten können auch Zucker unter der Haut und im Fruchtfleisch auskristallisieren. Das verändert Textur und Aussehen, wie die Dattelfachinformation der UC Davis erläutert. Aus der Festigkeit allein lässt sich deshalb weder die Ursache bestimmen noch die Unbedenklichkeit einer Frucht ableiten.
Die Methode ist ausschliesslich für einwandfreie Datteln gedacht. Bei Schimmelverdacht verwendest du die betroffenen Früchte nicht weiter. Schimmel einfach abzuschneiden genügt nicht: Mögliche Schimmelpilzgifte lassen sich auch durch Erhitzen nicht entfernen. Das BLV empfiehlt, schimmelbefallene Lebensmittel zu entsorgen. Ein weicheres Ergebnis nach dem Wasserbad wäre kein Zeichen dafür, dass eine zuvor auffällige Frucht wieder verwendbar ist.
Ein kleines Wasserbad als Ausgangspunkt
Der Medjool-Produzent Natural Delights beschreibt für seine Datteln ungefähr zehn Minuten in einer Schale mit kochendem Wasser, anschliessend Abgiessen und Trockentupfen. Diese Angabe ist eine Orientierung für deinen Versuch. Beginne mit wenigen Früchten, damit du die Konsistenz beurteilen kannst, bevor du die ganze benötigte Portion vorbereitest.
Öffne die Datteln längs, schaue ins Innere und entferne die Steine vollständig.
Lege sie in eine saubere, hitzebeständige Schale und bedecke sie mit frisch aufgekochtem Wasser.
Hebe zwischendurch eine Frucht mit einer Gabel heraus und prüfe an der Schnittfläche, wie leicht das Fruchtfleisch nachgibt.
Giesse das Wasser ab, sobald die Konsistenz für deine Zubereitung passt, und lasse die Datteln abtropfen.
Entscheide beim Prüfen nach deinem Ziel. Wenn du die Frucht noch zu fest findest, lasse sie etwas weiterziehen und kontrolliere erneut. Ist sie bereits passend weich, brauchst du nicht bis zu einer bestimmten Minute zu warten. Notiere bei Bedarf die ungefähre Zeit für diese Portion; für eine andere Packung prüfst du wieder neu.
Zum Füllen muss die Dattel zusammenhalten
Für eine gefüllte Dattel suchst du eine Frucht, deren Seiten sich öffnen lassen, ohne dass sie dabei auseinanderfällt. Tupfe sie nach dem Abtropfen behutsam trocken. Prüfe an einem Stück, ob du die Füllung gut in die Öffnung geben und die Dattel anschliessend aufnehmen kannst.
Ein Beispiel: Du möchtest einige Datteln mit Mandelmus füllen. Bereite zunächst eine Probefrucht vor und gib eine kleine Menge hinein. Bleibt die Form für dich passend, kannst du mit der übrigen Portion fortfahren. Ist die Dattel für diesen Zweck schon zu weich, verwende sie lieber zerdrückt für eine Paste.
Für Paste erst die Frucht weich machen, dann verdünnen
Bei Dattelpaste beeinflussen Feuchtigkeitsgehalt und Sorte, wie weich die Masse wird. Das beschreibt die FAO in ihrer Fachinformation zu Dattelpaste. Prüfe zuerst mit der Gabel, ob sich die abgetropfte Dattel leicht zerdrücken lässt. Beginne beim Pürieren mit dieser Masse und halte dich an die Anleitung deines Geräts. Ergänze nur bei Bedarf teelöffelweise frisches Wasser und prüfe nach jeder Zugabe erneut. So bestimmst du die gewünschte Dicke schrittweise.
Unterscheide dabei zwischen noch festem Fruchtfleisch und einer zu kompakten Paste. Feste Früchte kannst du vor dem Pürieren nochmals kurz einweichen. Sind sie schon weich, aber die fertige Masse ist dir zu dick, ergänze wenig Wasser. Für einen Aufstrich prüfst du beispielsweise, ob eine kleine Menge auf dem Brot bleibt. Eine dünnere Masse kannst du stattdessen zum Einrühren verwenden. Hinweise zu verbleibenden Hautteilchen findest du im Artikel über die Textur von Datteln beim Zerkleinern.
Eingeweichte Früchte gehören zur vorbereiteten Portion
Weiche möglichst nur die Menge ein, die du gleich verwenden möchtest, und gib nasse Früchte nicht zurück zum übrigen Vorrat. Bleibt etwas übrig, lasse es rasch abkühlen und stelle es gut verpackt in den Kühlschrank. Das entspricht den Hygienehinweisen des Bundeszentrums für Ernährung für selbst zubereitete Speisen. Eine feste Aufbewahrungsdauer für jede eingeweichte Portion lässt sich daraus nicht ableiten.