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Artikel · Schwangerschaft & Geburt

Datteln vor der Geburt: mögliche Wirkungen, Grenzen und Studienergebnisse

Datteln könnten einzelne Geburtsparameter unterstützen, lösen die Geburt aber nicht nachweislich aus. Ergebnisse und Grenzen im Überblick.

Tamarim Ratgeber · ca. 2 Min. Lesezeit

Die kurze Zusammenfassung: Datteln könnten die Reifung des Muttermundes und einzelne Phasen der Geburt günstig beeinflussen. Sie lösen die Geburt aber nicht nachweislich aus, garantieren keine vaginale Geburt und ersetzen keine medizinische Behandlung.

Was könnte beeinflusst werden?

Mehrere Studien berichten, dass Frauen nach Dattelkonsum mit weiter geöffnetem Muttermund oder höherem Bishop-Score in die Klinik kamen. Einige Untersuchungen fanden ausserdem weniger Bedarf an Oxytocin zur Verstärkung der Wehen, häufiger einen spontanen Geburtsbeginn oder kürzere Abschnitte der Geburt. In der systematischen Übersicht von 2024 zeigten die zusammengefassten Daten positive Effekte für mehrere dieser Endpunkte.

Was wurde nicht überzeugend gezeigt?

Nicht belegt ist, dass Datteln den Geburtstermin zuverlässig vorziehen. In der randomisierten Studie von Razali et al. begann die Geburt in der Dattelgruppe nicht häufiger spontan. Auch für Kaiserschnitte, kindliche Ergebnisse und unerwünschte Wirkungen sind die Daten zu unsicher. Nur wenige Studien erfassten Sicherheit systematisch.

Wo liegen die Grenzen?

Die Studien verwendeten unterschiedliche Sorten, Mengen und Startzeitpunkte. Manche teilten die Frauen zufällig zu, andere beobachteten nur, wer ohnehin Datteln ass. Viele Untersuchungen waren klein und hatten ein hohes Verzerrungsrisiko. Ausserdem wurden Frauen mit bestimmten Erkrankungen – etwa Diabetes – häufig ausgeschlossen. Deshalb gilt ein Durchschnittsergebnis nicht automatisch für jede Schwangerschaft.

Was ist realistisch?

Datteln sind ein Lebensmittel mit einem hohen Anteil natürlicher Zucker. Wenn du sie magst und sie zu deiner Situation passen, kannst du sie essen. Ein möglicher Effekt wäre eher eine kleine Unterstützung einzelner Geburtsparameter als eine planbare «leichte Geburt». Menge, Sorte und Zeitpunkt aus einer Studie sind keine verbindliche Dosierung.

Fazit

Die Forschung ist interessant, aber noch nicht stark genug für ein Wirkungsversprechen. Positiv formuliert: Datteln könnten helfen. Ehrlich ergänzt: Wir wissen noch nicht, bei wem, in welcher Menge und wie zuverlässig. Bei Schwangerschaftsdiabetes oder anderen Besonderheiten besprichst du den Verzehr individuell.

Quellen

Razali et al. (2017), Journal of Obstetrics and Gynaecology, PMID 28286995; Kordi et al. (2017), Iranian Journal of Nursing and Midwifery Research, PMID 29033994; Salajegheh et al. (2024), BMC Pregnancy and Childbirth, DOI 10.1186/s12884-023-06196-y; Abou El-Ardat et al. (2025), Medical Archives 79(1), 56–60.

Verfasst von hebammerebecca